Renato Mitra

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<a rel="author" href="https://plus.google.com/112135591650510391567/about?rel=author">+Renato Mitra</a> ist ein Vollblut-Blogger. Kommuniziert leidenschaftlich gerne über digitale Kanäle. Ansonsten: Try, fail, think, learn, repeat.

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Aktuelles Beispiel einer schlechten und guten Krisenkommunikation

RenatoRenato

Heute Abend bin ich aus Deutschland zurück gekehrt und habe diesen Brief der Wohngemeinde Obergösgen vorgefunden.

So nicht!

Darin kann man lesen, dass die Gefahr besteht, dass das Trinkwasser mikrobiell verunreinigt sein könnte. Aus diesen Grund muss alles Wasser welches für Speisen, Trinkzwecken oder Reinigen von Geräten verwendet wird, zuerst abgekocht werden. Die Warnung ist gültig, bis zum Widerruf der Gemeinde.

Ok. Irgendwas ist nicht gut, soviel haben wir verstanden. Und Wasser in jedem Fall zuerst abkochen, auch das ist angekommen... Der Brief macht auch den Anschein, dass die Gemeinde versucht hat sehr schnell zu reagieren, denn selbst ich (ich stehe mit der Rechtschreibung auf Kriegsfuss) habe ich Fehler entdeckt... Aber was nun? Was ist eigentlich passiert? Hat jemand Chemieabfälle illegal entsorgt, gab es einen Zwischenfall im Kernkraftwerk? War es ein Anschlag? Was ist los? Was wenn man schon Wasser getrunken hat? Muss man sich dann im Spital Olten melden? An wen kann ich meine Fragen ganz konkret stellen? Fragen über Fragen... Auch die Website von Obergösgen sagt nicht mehr, lediglich die Schreibfehler wurden beseitigt.

Auf beiden Kanälen wurde der Titel Trinkwasserversorgung gewählt. Um ehrlich zu sein, hätte mich ein nachbar nicht auf den Brief im speziellen hingewiesen, ich wäre zuerst davon ausgegangen, dass eventuell an einem bestimmten Tag von X bis Y kein Wasser bezogen werden kann. Dabei geht es um eine viel wesentlichere Information!

Zum Glück haben wir noch den Facebook Eintrag vom MySign-Chef Urs Koller entdeckt. Er hat den Brief der Nachbargemeinde Lostorf fotografiert und veröffentlicht.

So wird es richtig gemacht!

Hier geht es schon wesentlich mehr ins Detail! Die wichtigste Information ist in rot eingefärbt und fett formatiert. Hier steht das wichtigste. Darüber hinaus wird aber informiert, dass die Wasserverunreinigung durch die Kläranlage Winznau, auch eine Nachbargemeinde, verursacht wurde. Zudem wird auch gleich ein Kontakt für spezielle Fragen in dem Brief angegeben... Aber damit nicht genug. Auch auf der Website von Lostorf wird vorbildlich kommuniziert und es gibt auch nach 21:00 Uhr noch Updates mit den neuesten Erkenntnissen...

Neben der farblichen Texthervorhebung wurde auch der Titel wesentlich besser gewählt. Man spricht direkt von Verunreinigung des Trinkwasser. Da was weiss man sofort, oha! Da ist was nicht gut und es geht nicht nur um eine belanglose Info.

Liebe Gemeinde Obergösgen. In Sachen Kommunikation, insbesondere Krisenkommunikation könnt Ihr Euch von der Nachbargemeinde Lostorf eine ganz dicke Scheibe abschneiden. Immerhin, es wurde das wichtigste Informiert und die Organisation, dass dieser Brief am späten nachmittag noch in alle Haushaltungen ausgeliefert wird ist sicher auch eine Meisterleistung. Vielleicht wäre es auch einmal Zeit sich Gedanken zu machen, ob es noch andere Kommunikationskanäle gibt wie SMS oder E-Mail. Vorerst natürlich als Ergänzung zum Brief und der Radio-Durchsage. Es gibt also noch wesentliche Verbesserungen im Krisenmanagement und der Krisenkommunikation. Hoffentlich ist man bei grösseren Notfällen besser aufgestellt.

Mein Fazit aus der Geschichte ist, dass ich wohl auf der Lostorf Website die aktuelleren und informativeren Informationen in Krisen finden werden.

<a rel="author" href="https://plus.google.com/112135591650510391567/about?rel=author">+Renato Mitra</a> ist ein Vollblut-Blogger. Kommuniziert leidenschaftlich gerne über digitale Kanäle. Ansonsten: Try, fail, think, learn, repeat.

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