Wenn der “Social Media Day” nach hinten los geht…

Über einen Tweet von Malte Polzin bin ich auf die Social Media Days gestossen:
Twitter Malte Polzin

Offensichtlich wurde Malte Polzin (CEO von Brack.ch) auf der Website von Social Media Days Switzerland als Podiumssprecher gelistet. Zuerst war sein Bild abgebildet mit dem Namen “Nico Lundgren”. Später wurde der Name geändert auf “Polcin Malte”. Leider weiss Malte Polzin aber nichts von einem Einsatz als Podiumssprecher… Wird also einfach ein begnadeter und beliebter Speaker in Sachen Social Media missbraucht für die Werbung einer zweifelhaften Veranstaltung?

Social Media Days Podium

Mittlerweile untersucht auch IBM Zürich, als Durchführungsort der Veranstaltung, wie man zu den Social Media Days steht… Mitarbeiter von IBM, welche in den Social Networks unterwegs sind, sind peinlich berührt, dass so eine Veranstaltung ausgerechnet in der IBM statt finden soll…

Als weitere Referentin wir die SVP Politikerin Natalie Rickli aufgeführt. Nach einer kurzen Nachfrage per Twitter hat Sie mir aber die Teilnahme an dem Podium bestätigt. Frau Rickli, der Name ist übrigens auf der Website von Social Media Days auch falsch geschrieben, kann sicher über Ihre Erfahrungen in Sachen Social Media und Politik berichten. Wobei sie auch noch Verbesserungspotential hat. Stellt nämlich jemand aus dem Volk unbequeme Fragen über Twitter, so wird dieser von Natalie Rickli einfach blockiert. Schade!

Ich hab noch weitere Podiumssprecher über Social Networks, sofern diese überhaupt vorhanden waren, angesprochen über tatsächliche Engagements. Leider ohne Erfolg, weil die Zeit auch schon fortgeschritten war… Und die meisten keine eigenen Profile auf Facebook, Twitter, Google+ und Co. hatten.

Nach vier Stunden die Reaktion
Dann aber hat der Facebook Seiten Administrator von Social Media Days reagiert. Und zwar nicht mal so falsch: Er hat die Community darüber informiert, dass er dem nachgehen wird. Der Seiten Administrator selber hatte keine Kenntnisse über die Veranstaltung im Detail. Nachdem er den Verantwortlichen, wohl Herr Hanspeter Jost, aus dem Bett geklingelt hat, wurden diverse Namen und Fotos auf der Website gelöscht. Auf Facebook wurde bestätigt, dass man “aus Versehen” auch Leute angezeigt hat, welche noch nicht angefragt wurden oder deren Bestätigung ausblieb… Das wären dann Viktor Kaiser, Andreas Krumes, Malte Polzin, Markus Soltermann, John Thomson, Matthias Vettiger und Marcel Weibel gewesen. Eine ganze Reihe von fiktiven Podiumssprechern. Geht das noch unter “Versehen”? Eher nein, wenn man sich die Kommunikation zwischen dem Veranstalter und Malte Polzin anschaut

Ich fasse zusammen: Eine fragwürdige Website mit vielen Schreibfehlern, “Lorem ipsum dolor sit amet”-Texten, keine Social Media Integrationen, teils bekannte Referenten welche nichts von einem Auftritt wissen oder gar abgesagt haben, unbekannte Referenten mit kaum eigenen Aktivitäten in den Social Networks… Ich glaube, man könnte anhand von “Social Media Days” einen super Case machen, was man alles nicht tun sollte und wie es eben richtig geht!

Zum Glück ist bisher nur ein Ticket der rund 50 verfügbaren Plätze verkauft worden. Ich persönlich würde mir das Geld sparen und an einer etwas seriöseren Veranstaltung teilnehmen.

P.S.: Auch Chris hat über den Vorfall gebloggt

Autor: Renato

+Renato Mitra ist ein leidenschaftlicher Blogger, Apple Evangelist, MINI-Fan, Social Media Manager bei MySign AG, Twitterer, Vater und Ehemann.

12 Kommentare

  1. Pingback: Social Media Days missbraucht bekannte Namen als Referenten | Social Media Blog - online | crossmedia | social von Chris Beyeler

  2. Pingback: Social Media Days | Web Wirk Sam

  3. Sali Marie-Christine, hier hat @aendu und @der_denker festgestellt, dass Sie von Natalie Rickli gesperrt wurden: http://twitter.com/#!/aendu/status/111087756792446976. Auf Nachfrage von Reto Baumgartner meinte Frau Rickli dann, dass Sie lesen kann, was sie will: http://twitter.com/#!/NatalieRickli/status/111108963201855488

    In meinen Augen heisst das, Frau Rickli (und die SVP?) hören im Volk nur dahin, wo man hinhören will. Alles unangenehme und unbequeme wird ignoriert.

  4. Meine Antwort auf ihre Taliban-Beschimpfung (ging an Darbellay, der die SVP als debile Sekte bezeichnet hat) war natürlich nicht alles andere als stubenrein. “Damit darf man SVPler endlich Nazis nennen! Danke!” Aber ich stehe dazu. Wer austeilt, muss einstecken können. Sage ich übrigens meinen Kindern (5-8) jeweils auch.

  5. Pingback: Die Fehlerchronik der Social Media Days | Social Media Blog - online | crossmedia | social von Chris Beyeler

  6. Pingback: networkedconomy | Ehrlich währt am längsten

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