Renato Mitra

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<a rel="author" href="https://plus.google.com/112135591650510391567/about?rel=author">+Renato Mitra</a> ist ein Vollblut-Blogger. Kommuniziert leidenschaftlich gerne über digitale Kanäle. Ansonsten: Try, fail, think, learn, repeat.

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Jugendliche und die digitalen Gefahren

RenatoRenato

Cyber-Mobbing

Heute Abend hab ich mir die Sendung "Digitale Gefahren" in der Rundschau im Schweizer Fernsehen angeschaut. Mich hat es interessiert, wie das Schweizer Fernsehen 13 und 14 Jährige zum Thema Facebook interviewt hat. Ich wollte mir eine weitere Meinung einholen neben den Erfahrungen welche ich persönlich in diversen Schulen gemacht habe. Es zeigt in etwa das gleiche Bild.

Die Privatsphäre-Einstellungen sind bekannt!
Auch aus eigener Erfahrung weiss ich, dass die Jugendlichen die Privatsphäre-Einstellungen sehr genau kennen. Die meisten zeigen Ihren Bilder nur den Freunden. Hingegen werden Freundesanfragen sehr rasch angenommen und nicht wenige junge Mädchen haben rasch über 1000 Freunde. Nicht immer ist bekannt wer dahinter steckt...

Hingegen denkt kaum einer der Jugendlichen daran, dass einer der vermeintlichen Freunde Bilder und Statusmitteilungen als Screenshot sichern und selber weiterverbreiten kann. Dann vielleicht nicht mehr im vermeintlich geschlossenen Facebook, sondern in einem Forum wo man sich über Leute und Facebook-Meldungen lustig macht.

Die Privatsphäre-Einstellungen werden völlig überschätzt und nutzen eigentlich gar nichts mehr, wenn man in der Annahme von Freundschaftsanfragen nicht sehr wählerisch bleibt! Gerade auch bei den Schülerinnen und Schüler können vermeintliche Freunde plötzlich zu den ärgsten Feinden werden, weil man jemandem die erste Liebe ausgespannt hat. Nicht selten folgt dann ein Cyber-Mobbing-Krieg!

Cyber-Mobbing und Bullying
Fast jeder Jugendlich wurde schon mal auf dem Pausenplatz gemobbt, beleidigt und ausgelacht. Das fand dann in einem Kreis von 10 Personen statt. Man konnte dem relativ einfach entkommen. Wenn jetzt aber acht Personen ein wahres Feuerwerk an Beleidigungen auf der Pinnwand einer Person starten, können das alle Freunde sehen und die Peiniger bekommen vielleicht noch Rückendeckung weil man es mit den Redelsführer nicht vergeigen will... Es gab schon zu viele Beispiele von Jugendlichen welche sich das Leben nehmen wollte und es teilweise auch geschafft haben, weil innert einem Tag über 3000 Hass-Meldungen mit Drohungen und Beleidigungen eingetroffen sind!

Geschriebene Beschimpfungen führen zu Bussen!
Cyber-Mobbing, Cyber-Bullying, Drohungen und Beleidigungen im Internet sind längst kein Kavaliersdelikt mehr. Mitte Jahr wurden drei Personen  in St. Gallen zu einer Geldbusse zu je CHF 300 verurteilt, müssen die Verfahrenskosten von CHF 1200 tragen und bekommen einen Eintrag im Strafregister und eine Bewährungszeit von zwei Jahren. Und warum, weil man einen Mann mit Namen auf Facebook beleidigt und bedroht hat. Dinge wie "trauriger Seckel" sind nun mal Beleidigungen und "ich bring Dich um", "ich schlage Dich" oder "ich zünde Dein Haus an" sind Drohungen. Schriftliche Drohungen welche klar nachgewiesen werden können. Hätte man das beim vorbeigehen gesagt, würde es dem Kläger schwer fallen den beweis der Beleidigungen zu erbringen und es würde wohl rasch unter den Teppich gekehrt werden. Weil es aber auch für unbeteiligte auf längere Zeit einsehbar ist, wird es schwerer gewichtet. Eine der Angeklagten zieht das Urteil weiter vor's Bundesgericht. Sicher nicht wegen dem Geld, sondern wegen dem Eintrag im Strafregister. Denn damit kommt man nur schwer an eine eigene Wohnung, an einen Job bei einer Bank oder an einen Kredit.

Aufklärung ist gefragt!
In den Schulen soll ein zusätzliches Fach Medienkompetenz eingeführt werden. Bei einigen Schulen ist das schon der Fall, andere Lehrerinnen und Lehrer bringen das Thema von sich aus auf den Tisch, meistens weil es bereits einen Vorfall gab. Medienkompetenz soll mit dem Lehrplan 21 ab 2014 fester Bestandteil des Unterrichts sein. Leider wehrt sich im Moment die ehemalige Bauernpartei SVP stark dagegen. An einigen Schulen wird der theoretische Umgang mit den Medien also bereits thematisiert. Der Umgang damit ist aber Privatsache und nicht die Aufgabe der Schulen das zu kontrollieren!

Auch Eltern müssen Medienkompetenz erlangen
Weil Facebook eine private Sache ist, müssen die Eltern die Tätigkeiten Ihrer Kinder überprüfen und nicht die Lehrerinnen und Lehrer. Damit die Eltern das kompetent tun können, müssen Sie die Möglichkeiten und Gefahren der digitalen sozialen Netzwerke kennen! Eltern müssen das Thema Facebook und Co. mit Ihren Kindern thematisieren und das Vertrauen der Jugendlichen gewinnen, so dass diese auch den Eltern gerne Einblick in ihr Facebook-Leben geben. Nur so kann man den Kinder beibringen, dass es wahrscheinlich nicht die beste Idee ist ein Foto mit halb-nackter Pose und einer Waffe im Internet zu veröffentlichen...

Wozu das führen kann, zeigt die Bundes-Kampagne "Geschichten aus dem Internet, die man selber nicht erleben möchte". Ein vermeintlich harmloses Bild an den Freund kann plötzlich bei der Jobsuche Probleme machen und viele weitere unangenehme Geschichten... Weitere gute Tipps und Tricks gibt es im Medienkompass 1 und Medienkompass 2. Vielleicht kennt Ihr noch weitere gute Links zu aufklärenden Informationen welche den Lehrerinnen, Lehrer und Eltern helfen die nötige Medienkompetenz zu erlangen... Dann teilt diese via Kommentarfunktion unten mit den anderen Leserinnen und Leser.

Es gibt zu viele Leute da draussen, welche beim Umgang mit den neuen Medien total überfordert sind. Mein persönliches Ziel ist es möglichst vielen Leuten zu ersparen ein schmerzhaftes Lehrgeld zu bezahlen. Ich helfe und kläre auf wo ich kann. Das sollten wir alle, welche sich in dem Medium sicher fühlen, tun.

<a rel="author" href="https://plus.google.com/112135591650510391567/about?rel=author">+Renato Mitra</a> ist ein Vollblut-Blogger. Kommuniziert leidenschaftlich gerne über digitale Kanäle. Ansonsten: Try, fail, think, learn, repeat.

Comments 6
  • Chris Beyeler
    Posted on

    Chris Beyeler Chris Beyeler

    Antworten Author

    Hi Renato

    Du kennst ja meine Meinung zu den Thema und ich finde es gut, dass du es immer wieder aufgreifst.

    Was ich in letzter Zeit auch feststellen musste, ist dass die Gesellschaft einfach nicht liest. Beispielsweise ist der Älteren Generation klar, was man nicht zeigen oder machen darf. Aber wie die Privatssphäreinstellungen funktionieren, wissen dort auch die Wenigsten.

    Gruss Chris


  • Marcus Beyer
    Posted on

    Marcus Beyer Marcus Beyer

    Antworten Author

    Ich finde es spannend, dass Du es so ähnlich siehst wie ich. Medienkompetenz in den Schulen ist und bleibt ein schwergewichtiges Thema. Nur, wer soll’s den „jungen“ beibringen?? Das Problem hatte ich schon vor Jahren beim Thema Internet als solches… In Deutschland gibt es eine Aktion die heisst „Datenschutz macht Schule“. Das wäre auch hier gut möglich. Kostenlos gehen Datenschützer und Spezis in Schulen, um über die Gefahren, Risiken aber auch Vorteile des Internets und vor allem sozialer Netzwerke mit Schülern zu diskutieren. Also ich wäre dabei – wer macht noch mit??


  • Renato
    Posted on

    Renato Renato

    Antworten Author

    @Marcus, ich würde mich ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Würde mich gerne einer solchen „Datenschutz macht Schule“ Bewegung in der Schweiz anschliessen… Wahrscheinlich müssen wir aber selber eine unabhängige Aufklärungs-Organisation gründen. =)


  • tomschaepper
    Posted on

    tomschaepper tomschaepper

    Antworten Author

    Ich finde das Thema sehr wichtig. Zumal auch meine Jungs – und ich als Elternteil – immer mehr mit dieser Thematik in Berührung kommen. Was ich einfach feststelle ist, dass es vor allem Pädagogen sind, welche sich mit dem Thema beschäftigen (müssen). Meist auch Leute, die nie aktiv im Social Web unterwegs waren/sind. Aus deren Sicht ist dann mal schnell alles gefährlich und schlecht. Eine objektive Sicht und Einschätzung bleibt dann meist aus. Also @renato: „go for it“ – es braucht Leute wie dich in diesem Prozess.


  • Beat Schilliger
    Posted on

    Beat Schilliger Beat Schilliger

    Antworten Author

    Schade, es scheint so, als seien Kommentare hier gar nicht erwünscht :-( Mein Kommentar zum Thema wurde jedenfalls zensuriert!


    • Renato
      Posted on

      Renato Renato

      Antworten Author

      @Beat: Wie die vorangegangenen Kommentare zeigen, sind Inputs erwünscht. Du hingegen behauptest hier haltlose Anschuldigungen. Hier wird nicht zensiert! Ich hab mir auch die Mühe gemacht und all Spam-Kommentare (130 im ganzen Dezember) durchzuschauen und konnte keine Meldung von Dir finden. In der ganzen Datenbank bist Du mit keinem, ausser diesem Kommentar, gelistet. Wenn Dein Kommentar hier nicht erscheint, dann weil Du nichts abgeschickt hast… Also, keine Zensur, kein Systemfehler sondern ein Benutzerfehler.


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