Eine lokale Community: Townbuddy.net

[Trigami-Review]

Ich persönlich bin langsam müde von all diesen Communities! Die spriessen ja zur zeit wie wilde Pilze aus dem Boden. Trotzdem interessiert es mich immer wieder, warum deren Erschaffer an einen Erfolg der x-ten sozialen Plattform glauben. Darum habe ich mir Townbuddy etwas genauer angeschaut.

Townbuddy

Auf den ersten Blick wird klar, Townbuddy ist keine Community, welche mit glänzendem Design die Besucher vor leeren Inhalten blenden will. Das Layout kommt sehr nüchtern rüber, leider wirkt es auf mich zum Teil auch etwas unbeholfen und selber gebastelt. Aber davor lasse ich mich nicht mehr täuschen, denn spätestens seit MySpace und Tilllate wissen wir, dass man auch mit nicht so hübschen Seiten erfolg haben kann!

Die Anmeldung selber läuft ohne grössere Schmerzen relativ flüssig ab. Die Stärke der Community soll im lokalen Umfeld liegen. Die Erschaffer möchten gerne die Profile aus Townbuddy auch im realen zusammenbringen. Wenn beispielsweise eine Familie einen Babysitter sucht, sollen Sie den dank der lokalen Community finden. Soweit die Theorie. Denn in der Praxis hapert das noch gewaltig. Grund, die Gemeinschaft ist einfach noch zu jung es gibt viel zu wenige Profile, besonders in der Schweiz und erst recht in Randregionen.

Leider musste ich auch einige nicht ganz glückliche Funktionen feststellen. Beispielsweise bekomme ich gleich nach meinem Login eine Liste der letzten Aktivitäten in der Gemeinschaft. Da darf ich mitverfolgen wer sich angemeldet hat und wer gerade online ist. Leider sind die Meldungen aus der ganzen Welt und nicht nur aus der Region und zweitens wenn ich die Meldung anklicke, komme ich nicht zu dem betroffenen Profil, sondern zu einer Übersicht der letzten 167’943 Systemmeldungen, auch Neuigkeiten genannt. Warum denn nicht gleich zu dem Benutzer?

Dann gibt es, auch auf der Startseite nach dem Login, einen Bereich “Kennst Du Deine neuen Nachbarn schon?”. Zuerst war ich erstaunt wie fleissig die Nachbarschaft im Internet unterwegs ist. Ein klarerer Blick hat dann aber gezeigt, dass meine neuen Nachbarn alle samt aus Deutschland kommen. Naja, Landesnachbarn halt… Ob das an den mangelnden Teilnehmer aus der Schweiz liegt?

Eine gut gemeinte Sache ist auch der Flohmarkt in der Community.  Kostenlos, zumindest ist mir nichts anderes bekannt, können Gegenstände zum Verkauf angeboten werden. Eigentlich eine super Sache. Schliesslich kann man dann zu Fuss die Ware abholen und bar bezahlen. Aber auch hier sind lediglich 9 Angebote aus der Schweiz, der Rest aus Deutschland. Kann also so noch nicht funktionieren.

Auch sonst bin ich der Meinung, dass neben den fehlenden Benutzer besonders eines fehlt: Anleitungen und Beschreibungen. Vieles kann und muss natürlich selbsterklärend gemacht werden, aber der eine oder andere Beschreibungstext kann nicht schaden.

Im Rahmen dieser Rezession, durfte ich auch einige Fragen an den Erschaffer von Townbuddy richten. Abdulla Saleh, einer der Initianden hat mir meine Fragen beantwortet.

Mitra: Noch eine Community? So genannte Netzwerke und Communities spriessen zur Zeit wie Pilze aus dem Boden. Ist es nicht schwierig sich neben Grössen wie Facebook, MySpace, XING und Co. sich zu behaupten?

Saleh: Stimmt, Netzwerke spriessen zur Zeit massiv aus dem Boden. Es gibt 3 wesentliche Gründe weshalb wir Townbuddy umgesetzt haben:

  1. Townbuddy beschränkt sich auf keine Zielgruppe, so wie bei XING, studivz, etc.
  2. Hierzulande kenne ich nun keine local-based Social Network Community welches eine Dimension erreicht hat, die für neue Netzwerke schwer zu erreichen sind. Soll bedeuten, dass wir den Markt für local-based Communities mit starken Bezug zur Realität noch lange nicht als erschlossen ansehen, also nicht so wie im Falle von zum Beispiel studivz.
  3. Marketing und finanzielle Kraft: Wir sehen uns in der Lage dazu Townbuddy durch sinnvolles und für uns auch finanzierbares Marketing zu einer Größe zu verhelfen, welches bereits bestehende local-based Social Networks übertreffen könnte.
  4. Sollte Punkt 3 eintreffen und die bisherige Entwicklung weiter anhalten, so werden wir unser SN auch dafür nutzen, das Thema Widgets mit dem wir uns ja auch in Sachen netvoting sehr stark beschäftigen, zu verbreiten.

Mitra: Was grenzt Euch von den anderen Anbieter ab? Oder warum glaubt Ihr, dass sich die Leute bei Euch registrieren sollten?

Saleh: Hm gute Frage, fragen Sie einfach mal die bisher knapp 19.000 registrierten User ;)
Spass beiseite, wir setzen unseren Schwerpunkt auf das regionale Umfeld eines Users.

Mitra: Ein Login mehr mit vielen persönlichen Informationen. Wie steht Ihr eigentlich dazu, dass man im Internet immer mehr Profile anlegen muss und so mindestens an die 10 verschiedenen Accounts im Internet hat für die vielen Netzwerke?

Saleh: Der User wird sich mit der Zeit auf seine zwei, drei womöglich vier für ihn relevante Netzwerke beschränken. Dazu gehören unserer Meinung nach folgende:

  • jenes Netzwerk welches seinen aktuellen Berufs- oder Bildungsstand darstellt, also XING, studivz, schuelervz.
  • dann jenes worüber er/sie am besten den Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis verwalten und organisieren kann
  • vielleicht auch jenes, welches seine Interessen und Hobby´s am besten repräsentiert…

Ich finde ihre Frage als solches sehr gut, das wäre eine Sache die man noch genauer analysieren sollte, hierzu reichen nicht diese paar von mir geschriebenen Zeilen.

Ich danke Abdulla Saleh für die offenen Worte. Die hervorgehobene Stärke von Townbuddy, die local-based Social Network Community, kann in meinen Augen auch der grosse Stolperstein sein. Denn was bringt es mir ein Teil einer lokalen Community zu sein, wenn nur sieben Personen aus der Region angemeldet sind? Townbuddy hat Potential, das zeigt sich in erster Linie in Deutschland und vor allem in Ballungszentren! Was die Community dringend braucht sind Regional Manager die die Plattform bekannt machen. Im lokalen Radio, in der lokalen Zeitung, per Plakat… lokal eben!

2 FEEDBACKS

  1. himbeerfuchs sagt:

    Lokalisten.de? Ist glaub ich das hier gezeigte Konzept in schon lange umgesetzt, erfolgreich und gut.

  2. Lena sagt:

    Ich finde das Konzept vom diesem Netzwerk ganz gut. Zum Beispiel ich bin auf der Suche nach einer Babysitterin uind es wäre sehr praktisch, wenn sie in der Nähe von mir wohnen würde. Bisher habe ich so eine nicht gefunden.

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